Burdock – Black Ruby, Flaschenansicht. – Thumbnail Burdock – Black Ruby, Flaschenansicht.
Saison

Black Ruby Burdock

Wer Kanada bisher nicht auf dem Zettel hatte, sollte sich schnell einen dicken Filzstift besorgen.

Land
Kanada
Style
Saison
ABV
7.8%

Ein Running Gag der Kanadier ist, dass alles was sie machen immer eine Kopie des großen Bruders USA ist. Fernsehshows, Künstler, Fast Food – immer haben es die anderen zuerst gemacht und meistens auch besser. Selbst beim Bier schwebt das zweitgrößte Land der Erde noch weit unter dem Radar herum. Dabei hat sich in den letzten Jahren dort eine beachtliche Szene entwickelt, deren Biere es locker mit den großen Biernationen aufnehmen können. Vor allem belgische Bierstile wie Saisons und Sours werden von einigen Brauereien auf höchstem Niveau gebraut.

Burdock ist eine Brauerei aus Toronto, die 2015 gegründet wurde und sich auf eben diese Stile spezialisiert hat. Es finden sich zwar auch eine Auswahl an hopfigen Bieren in deren Palette, der Fokus liegt aber zweifelsfrei bei wilden Sorten. Oft werden dabei Sauerbiere mit Weinen aus der Region Ontario geblendet. Das „Black Ruby“ ist so ein Bier-Wein-Hybrid. Hier haben die Kanadier zwei Biere mit einem Wein geblendet: ein einjähriges barrel-aged Saison mit schwarzen und roten Himbeeren (50%), ein auf Cabernet-Franc-Trauben gelagertes Saison (35%) und ein Ontario Pinot Noir mit hohem Säuregehalt (15%).

Was für ein Resultat darf der Connoisseur hier erwarten? Genau das, was es verspricht. Eine fruchtig-frische Himbeerschorle mit einer feinen Säure und einer Ladung dunklen Früchten als Begleitung. Menschen der 80er Jahre fühlen sich hier vielleicht an das Brausepulver „Quench“, das uns unsere Eltern gerne ins Wasser gerührt haben. Dabei schmeckt das „Black Ruby“ alles andere als künstlich. Es ist angenehm leicht und erfrischend, die Frucht ausgesprochen natürlich.

Diese Brauerei braucht sich vor niemanden zu verstecken und es lohnt sich immer mehr, die Fühler in Richtung Kanada auszustrecken. Noch tuckern die Biere hierzulande mit angezogener Handbremse in die Bottle Shops. Doch die Nachfrage nach Brauereien wie Burdock, Stillwell oder Four Winds wächst. Und es dauert hoffentlich nicht mehr lange, bis auch die Importeure das erkennen.